Stallumbau Baudenkmal Gut Haberg

Das Baudenkmal Gut Haberg

Die denkmalgeschützte, 4-flügelige Backsteinhofanlage steht benachbart zum ebenfalls denkmalgeschützten Haberger Hof zwischen Lövenich und Granterath. Nördlich der Höfe liegt eine der bedeutendsten Fundstätten von steinzeitlichen Feuersteinklingen im Rheinland.

Das Gut Haberg, eine der charakteristischen Hofanlagen des Rheinlands, zeugt in seiner gewachsenen Struktur aus Wirtschaftsgebäuden, Stallungen und Wohnhaus von einer jahrhundertelangen Bau- und Nutzungsgeschichte.

Hofsanierung: Teilausbau Stallgebäude Gut Haberg

Der vorliegende Entwurf sieht den behutsamen Teilausbau des linken ehemaligen Stallgebäudes vor, einer Substanz, die trotz ihres landwirtschaftlichen Ursprungs von hoher architektonischer Qualität ist. Robustes Ziegelmauerwerk, markante Stahlsteindecken und die raumbildende Kraft des schlichten Grundrisses bilden das Fundament des Entwurfs über zwei Geschosse.

Neue Nutzungsschichten werden nicht verdeckend, sondern als lesbare Ergänzung eingebracht, das Prinzip der konstruktiven Ehrlichkeit bleibt dabei leitend.

Das Raumprogramm orientiert sich an den Bedürfnissen einer Familie mit zwei Kindern: großzügiger Gemeinschaftsbereich mit angeschlossenen Arbeitsräumen im Erdgeschoss, private Rückzugsräume im Obergeschoss.

Der Entwurf denkt dabei über die Gebäudehülle hinaus: ein äußerer Gartenbereich öffnet sich gestuft in die umgebende Rheinlandschaft hinaus. Terrasse, Nutzgarten und eine offene Wiesenzone bilden eine fließende Abfolge vom geschützten Hofraum bis in die freie Landschaft, die dem Familienleben ebenso Raum gibt wie der natürlichen Umgebung Würde.

Bedeutung der Umnutzung und Sanierung denkmalgeschützter Hofanlagen

Denkmalgeschützte Hofanlagen sind ein gebautes Gedächtnis einer Region. Ihre Erhaltung ist jedoch kein Selbstzweck, sie gelingt dauerhaft nur durch Nutzung. Ein leerstehendes Gebäude verfällt; ein genutztes wird gepflegt, beheizt, instand gehalten.

Die Umnutzung solcher Anlagen schafft zugleich nachhaltigen Wohnraum im Bestand, vermeidet Flächenversiegelung und reduziert den Ressourcenaufwand gegenüber einem Neubau erheblich. Für nachfolgende Generationen bedeutet das: Sie erben nicht nur ein bauliches Erbe, sondern ein lebendiges, das seinen Platz im Alltag behauptet.

Gut Haberg kann so weiterhin vom einstigen Wirtschaftshof als Ort bleiben, der Geschichte weiter trägt und Gegenwart ermöglicht.