Neue Nationalgalerie barrierefrei

NNG

Die Neue Nationalgalerie wurde 1968 fertiggestellt und ist das letzte gebaute Werk von Ludwig Mies van der Rohe. Mit einer zutiefst funktionalen und formreduzierten Architektursprache spiegelt das Bauwerk den Zeitgeist der neuen Sachlichkeit wieder und gehört zu den wichtigsten Vertretern moderner Baukunst.

Barrierefreiheit + Leitsystem

Um das Museum auch für eingeschränkte Personen zugänglich zu machen, wird ein Leitsystem geplant, welches den Besucher sicher in das Gebäudeinnere und wieder zurück in den Stadtraum führt.

Von großer Bedeutung bei dieser Planung ist der respektvolle und nachvollziehbare Umgang mit dem denkmalgeschützten Gebäudeensemble.

Die Gesamtkonzeption soll nicht durch An- oder Umbauten beeinträchtigt werden und zugleich sollen die Maßnahmen klar erkenntlich sein. Aus diesem Leitgedanken heraus wird für die barrierefreie und selbstständige Erschließung des erhöhten Plateaus eine Rampe geplant, die den Baukörper behutsam einschneidet.

Dieser Einschnitt bietet die Möglichkeit das ehemals Vorhandene gedanklich wiederherzustellen. Zudem erhalten die Schnittflächen ein neues Material – Bestand und Eingriff werden klar ablesbar. Die Rampe formiert sich durch die Parameter des Bestandes und integriert sich bedacht in das bedeutungsvolle Fugenbild. Ehemals vorhandene Fugen spiegeln sich in der Rampenoberfläche wieder und führen das Blindenleitsystem auf die Plateauoberfläche.

Leitsystem in der neuen Nationalgalerie

Um das Erscheinungsbild des Innenraums zu erhalten, werden für die Ausstellungsbereiche keine sichtbaren baulichen Eingriffe geplant. Ab den Haupt- und Nebeneingängen kann geschultes Personal bzw. technisches Equipment, wie ein Audioguide, die weitere Wegeleitführung übernehmen.

Die Orientierung sehbeeinträchtigter Menschen kann durch akustische Bodensignale erfolgen. Durch den Einsatz von verdeckten Bodenplatten mit Hohlkörpern können mittels Blindenstock unterschiedliche Geräuschsignale wahrgenommen werden. Hinzukommend wird gegenüber dem Lastenaufzug ein Personenaufzug vorgesehen, um den unteren Ausstellungsbereich barrierefrei zu erschließen.

Die Umnutzung von Räumlichkeiten zu einem Windfangbereich ermöglicht die künftige Erschließung des umfriedeten Skulpturengartens und gleichermaßen die Wahrung der denkmalgeschützten Glasfassade.