Stadtteilvernetzendes Kulturzentrum Berlin Moabit

Entwurfsgrundlage Kulturzentrum Lehrter Straße

Der durch Wasserstraßen eingegrenzte Stadtteil Moabit ist mit rund 75.000 Einwohnern der viertbevölkerungsreichste Stadtteil Berlins.

Der Inselcharakter des Gebietes wird verstärkt durch den größten Hafen Berlins, den nördlichen Westhafen am Schifffahrtskanal sowie östlich durch die Abtrennung zu Nachbarbezirken durch die Bahntrasse in Nord-Süd- Richtung zum Hauptbahnhof.

Nicht nur durch industrielle und gewerbliche Bereiche, ebenso durch teilweise starke und großflächige Nutzungsänderungen im Laufe der Geschichte, beispielsweise die einstmals militärische Funktion des heutigen Poststadions, zeichnet sich in Moabit eine differenzierte Bautypologie ab: Neben vielen erhaltenen Gründerzeitgebäuden ist das Straßenbild durch regionale, rote Backsteinfassaden aber auch durch Nachkriegswohnbauten aus den 60er/ 70er Jahren gekennzeichnet.

Die zentrale Lage Moabits in der Stadt

Die zentrale Lage in der Stadt hat Moabits Entwicklung durch geschichtliche Ereignisse, beispielsweise die Trennung der Stadt durch die Berliner Mauer und damit die Positionierung zur Randlage und wieder ins Zentrum nachhaltig geprägt und ist partiell noch heute für die sehr langsame Entwicklung des Gebietes verantwortlich.
Durch den Zuzug vieler Gastarbeiter in den 60er und 70er Jahren liegt der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Moabit heute bei 30 %, der Anteil der Bewohner mit Migrationshintergrund bei 44,4 %. (2015)
Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt zwischen 39 und 40 Jahren.

Kultur in Moabit

Kulturell gibt es auf der “Stadtinsel” weit verteilte, vereinzelte Galerien und Kunstvereine, in der Lehrter Straße konzentriert sich soziokulturell und ehrenamtlich in und um die Kulturfabrik Kino, Theater, Café und Veranstaltung. Doch sonst ist Moabit kulturell eher unterversorgt. (2015)

Ein Entwicklungsmeilenstein in der Lehrter Straße.

Dieser beschäftigt sich mit einem Entwurfsvorschlag zur architektonischen, kulturellen und sozialen Vernetzung zweier Stadtteile in Berlin.

Durch das Verknüpfen von historisch gewachsenen, bestehenden Stadtraumstrukturen, unzugänglichen Brachflächen und großflächigen Neuplanungen in der Stadt stellt diese Studie einen zusätzlich möglichen Ansatz für das Erkennen einer notwendigen Schaffung von integrativen Interaktionsflächen und Kommunikationsfreiraum dar.


Neben der gigantischen, nicht langfristig gewachsenen Überstruktur von Masterplänen in dem Gebiet, rückt die Studie die durch die Veränderung betroffenen Menschen in den Vordergrund.

Durch ein künstlerisches und kulturelles Angebot und durch eine strategische Besetzung eines städtischen Verbindungspunkt an dem die Stadt Raum für einen sozialen und interkulturellen Austausch in Form eines Stadtplatzes sowie eines Zentrums für urbanes Miteinander vorsehen sollte, werden aktuelle Themen wie Milieubildung, Gentrifizierung, Bevölkerungsdurchmischung durch Globalisierung, Flüchtlingspolitik, Vandalismus-Prävention und Identifikation mit dem Kiez und der Stadt bearbeitet.

Andersartigkeit wird hier als Bereicherung gesehen und mit dem kulturellen Medium zueinander gebracht.

Masterplan Europacity

Den Ausgangspunkt für die Idee bildet der, nach einem städtebaulichen Wettbewerb, vom Senat 2009 beschlossene Masterplan „Europacity” (auch „Entwicklungsgebiet Heidestraße”).
Das vierzig Hektar große Planungsgebiet befindet sich nördlich des Hauptbahnhofs im Bezirk Mitte, im Ortsteil Moabit. Es wird westlich durch die Nord-Süd-Bahntrasse, im Osten durch den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und im Norden durch die Perleberger Straße begrenzt.
In den kommenden fünfzehn Jahren soll hier ein Berlin repräsentierendes, gemischtes Quartier mit Wohnen (für 2000 Menschen), Büro (mit 10.000 Arbeitsplätzen), Einzelhandel und Kunst entstehen. Eine Besonderheit des Gebietes wird der am westlichen Kanalufer geplante Stadthafen sein. (2015)

Nördlich der Invalidenstraße hat sich bereits der Kunstcampus entwickelt. Nach und nach entstehen, auch durch spekulative Investorenarchitektur, Wohnsiedlungen und Bürogebäude.


Das Entwurfsgebiet Lehrter Straße Moabit, Berlin

Der genaue Entwurfsort dieser Studie befindet sich westlich zur Masterplanfläche der Europacity, auf der gegenüberliegenden Seite der Nord-Süd-Bahntrasse.
Das Gelände wird westlich von der Lehrter Straße tangiert, und liegt mittig gegenüber dem Eingang des Poststadions und dem Fritz-Schloss-Park.

Das Entwurfsgebiet in der Lehrter Straße ist ebenso wie der westliche Teil der Europacity im Laufe der letzten Jahrzehnte zu einer unbedeutenden Randlage geworden. Dies wurde zum einen durch die historische Entwicklung der Bahnstrecke entlang der Spree und des Bahnareals und zum anderen durch die Teilung der Stadt durch die Mauer entlang der Heidestraße bedingt.

Auch die westlichen Nutzungen in der Geschichte als Militärbauten wie Kasernen, Wohngebäude für Offiziere, einem Exerzierplatz, dann als Gerichts- und Gefängnis, heute ehemals als Justizvollzugsanstalt und als abgeschlossene Flächen der Polizei Moabit sorgen nicht gerade für die Einbindung in etablierte Kieze. Östliche Nutzungen waren seit jeher die Bahn mit ihren Hallen und Dienstwohnungen für die Bahnangestellten.

Der durch Wasserstraßen eingegrenzte Stadtteil
Moabit ist mit rund 75 000 Einwohnern der
viertbevölkerungsreichste Stadtteil Berlins.
Der Inselcharakter des Gebietes wird verstärkt
durch den größten Hafen Berlins, den nördlichen
Westhafen am Schifffahrtskanal sowie
östlich durch die Abtrennung zu Nachbarbezirken
durch die Bahntrasse in Nord-Süd-
Richtung zum Hauptbahnhof.
Nicht nur durch industrielle und gewerbliche
Bereiche, ebenso durch teilweise starke und
großflächige Nutzungsänderungen im Laufe
der Geschichte, beispielsweise die einstmals
militärische Funktion des heutigen Poststadions,
zeichnet sich in Moabit eine differenzierte
Bautypologie ab: Neben vielen erhaltenen
Gründerzeitgebäuden ist das Straßenbild
durch regionale, rote Backsteinfassaden aber
auch durch Nachkriegswohnbauten aus den
60er/ 70er Jahren gekennzeichnet.

Der durch Wasserstraßen eingegrenzte Stadtteil
Moabit ist mit rund 75 000 Einwohnern der
viertbevölkerungsreichste Stadtteil Berlins.
Der Inselcharakter des Gebietes wird verstärkt
durch den größten Hafen Berlins, den nördlichen
Westhafen am Schifffahrtskanal sowie
östlich durch die Abtrennung zu Nachbarbezirken
durch die Bahntrasse in Nord-Süd-
Richtung zum Hauptbahnhof.
Nicht nur durch industrielle und gewerbliche
Bereiche, ebenso durch teilweise starke und
großflächige Nutzungsänderungen im Laufe
der Geschichte, beispielsweise die einstmals
militärische Funktion des heutigen Poststadions,
zeichnet sich in Moabit eine differenzierte
Bautypologie ab: Neben vielen erhaltenen
Gründerzeitgebäuden ist das Straßenbild
durch regionale, rote Backsteinfassaden aber
auch durch Nachkriegswohnbauten aus den
60er/ 70er Jahren gekennzeichnet.